Abschlussveranstaltung der Kältehilfe 2018/19 in der St. Thomas Kirche

Berlin, 08.04.2019

Moderation Christin Fritzsche c OrlandoelMondry

Der Winter ist vorbei und damit die Arbeit der Kältehilfe fast beendet. Einige Einrichtungen sind bereits geschlossen, 25 haben noch bis Ende des Monats geöffnet.

Zum Ende der Kältehilfesaison 2018/19 fand am 08.04.2019 die traditionelle Abschlussveranstaltung statt. Die GEBEWO - Soziale Dienste - Berlin gGmbH, GEBEWO pro gGmbH und Neue Chance gGmbH hatten rund 100 Akteur*innen in die Evangelische St. Thomas Kirche am Mariannenplatz eingeladen.

Pfarrerin Friederike von Kirchbach begrüßte die Gäste im stimmungsvollen Ambiente. Moderiert wurde die Veranstaltung von Christin Fritzsche von der GEBEWO pro und dem Geschäftsführer der Neuen Chance Ingo Bullermann.

Wie jedes Jahr wurde die Auslastungsanalyse der Kältehilfeangebote vorgestellt. Clemens Ostermann, verantwortlich für die Kältehilfedatenbank und das Kältehilfetelefon veranschaulichte in seiner Präsentation, wie die Notübernachtungen, Nachtcafés und Tagesstätten in den verschiedenen Bezirken genutzt wurden. Die Bilanz ist insgesamt positiv, die Angebote wurden allgemein gut angenommen, die Auslastung lag durchschnittlich bei 83 Prozent. Die angespannte Lage des Berliner Immobilienmarkts erschwere die Akquise von Räumlichkeiten allerdings jedes Jahr erneut, erklärte Andreas Düllick von der Koordinierungsstelle der Kältehilfe im Anschluss.

Sabrina Niemietz, Projektkoordinatorin der Kältehilfeoffensive des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg, sprach über die täglichen Herausforderungen der Kältehilfe. Es sei wichtig, die Balance zu finden, zwischen dem, was man erreichen will und dem, was man in der Kältehilfe leisten kann. In ihrer Rede betonte sie, dass die Kältehilfe vor allem eins ist: Überlebenshilfe.

Nach einer Pause mit Buffet und Gelegenheit zum Austausch berichteten verschiedene Koordinator*innen über die vielfältige Arbeit in ihren Projekten. Zu Wort kamen Guido Fahrendholz von der Notübernachtung Storkower Straße, Sabrina Bieligk, von der Notübernachtung am Containerbahnhof der Berliner Stadtmission, Malaika Neu und Franziska Greß von der Notübernachtung JugendKulturzentrum Pumpe des AWO Kreisverband Mitte e.V., Lutz Müller-Bohlen von der Karuna Sozialgenossenschaft eG mit den Projekten Kältebahnhof Lichtenberg und dem Obdachlosencamp Rummelsburger Bucht und Monika Slobodzian von der aufsuchenden Beratung „TRIA“.

TRIA ist eine Kooperation der GEBEWO pro, des Caritasverbands für das Erzbistum Berlin e.V. und der Berliner Stadtmission. Das Projekt richtet sich an wohnungslose EU-Bürger*innen und bietet mehrsprachige Gesundheits- und Sozialberatung in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe an. Das Ziel ist eine Integration in das soziale Leistungssystem die Verbesserung sozialer Teilhabemöglichkeiten für die Zielgruppe.

Sozialsenatorin Elke Breitenbach richtete zum Abschluss den Blick auf die Perspektiven, Widrigkeiten und die Zukunft der Kältehilfe. Abschließend bedankte sie sich bei allen Mitarbeiter*innen und Ehrenamtlichen für ihren Einsatz.

Musikalische Beiträge vom Berliner Straßenchor und ein Gedicht von Patse Skippy von der Karuna Sozialgenossenschaft über die Lebensrealität von obdachlosen Menschen rundeten die Veranstaltung ab.

 

Fotos: Orlando el Mondry, http://www.fotozureal.de/